Bike-Test 2015 – Honda Crosstourer

Eckdaten:

Hubraum: 1.237 m³
Max. Leistung: 95 kW (129 PS)
Sitzhöhe: 850 mm
Bremsen: Combined ABS
Gewicht vollgetankt: 275 kg / 285 kg (mit Doppelkupplungsgetriebe)

Mein Eindruck:

Hier möchte ich kurz anmerken, dass der Gatte das Bike gefahren ist – ich kann nun wirklich nicht alles alleine machen 😀 – Deswegen hier die Zusammenfassung seines Eindrucks:

Mit dieser Maschine fährt man einmal um die Welt … Eine perfekte Reiseenduro für alle Fälle. Der Fahrkomfort ist enorm. Die Maschine, die uns zur Verfügung stand, hatte das komplette Kofferset drauf. Wir sind – wie man sicher schon bemerkt hat – eher auf Sportler und Supersportler fixiert. Umso interessanter war die Erfahrung, eine beladene Reiseenduro auszuprobieren.

Die Koffer bemerkt man beim Fahren überhaupt nicht. Die Maschine hat mega Power, mit 126 Nm auf die Kubik und PS gesehen aber auch kein Wunder (zum Vergleich, die Fireblade hat „nur“ 114 Nm). Im Gegensatz zu meiner kleinen Dominator, bei der einem der Wind ab 120 Sachen von links und rechts unentwegt eins „auf die Backe“ haut, spürt man hier dank der Scheibe überhaupt nichts. Top Bremsen und Griffheizung runden das Gesamtpaket ab und man bekommt direkt Lust auf eine Reise zum Nordkap oder an die Costa del Sol.

Das Highlight:

Das DCT (Dual Clutch Transmission, oder auch Doppelkupllungsgetriebe). Hier ist Honda echt etwas geniales gelungen. Stumpf ausgedrückt – n Audomadigmobbed (das war hessisch :-)). Unsere erste Befürchtung hierzu war: „Öhm ok, aber dann kann ich ja auch Roller fahren.“

Öhm, nö.

Die Einbußen des „Bike-Feelings“ betragen gleich Null und die Umgewöhnung hat man erstaunlich schnell drin. Der Fahrer wird hier keinesfalls seiner „Möglichkeiten“ beraubt, sondern bekommt durch die Automatik etwas dazu, denn ein Schalten mit der Hand ist trotzdem möglich. Über einen Handschaltung am linken Griff kann man über Plus und Minus hoch und runter schalten. Über den rechten Griff kann man – ähnlich der Automatik-Schaltung im Auto – zwei Modi einstellen, D und S.

D für drive ist für den normalen Fahrmodus gedacht. Befindet man sich beispielsweise im D-Modus – ganz gemütlich – und will mal eben gerade schnell ein Auto überholen, genügt ein Tipper mit dem Daumen auf Minus, die Maschine schaltet runter und man kann mit voller Power überholen. Das Ganze könnte man aber genausogut mit dem Fußhebel machen.

S für sport entspricht einem sportlicheren Fahrmodus. Im Sportmodus dreht die Maschine höher und schaltet später. Man hat also dauerhaft mehr Leistung zur Verfügung. Sicher ist dieser Modus im leichten bis mittleren Offroad-Bereich hervorragend. Das konnten wir aber dieses Jahr leider nicht testen.

Ein weiteres Highlight im Highlight ist die intelligente Steuerung im Getriebe. Diese lernt nämlich aus dem Fahrverhalten und passt sich mit der Zeit diesem an. Es merkt sich, in welchen Situationen hoch- oder runtergeschaltet wurde.

Fazit:

Honda, ich hätte bitte gerne nochmal zwei Maschinen, weil ich grad Lust hab, mir die Polarvorhänge am Nordkap anzugucken oder auch gerne an der Costa del Sol ’ne Paella zu essen … Kommt wer mit?